Neues Patent zur Radonsanierung: Einsatz eines inerten Tracergases

Rechtskräftig von der Bundesrepublik Deutschland erteiltes Patent der Binker Materialschutz GmbH.

Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient, denkmalverträglich und langfristig wirksam.

Zertifikat von Dr. Binker als anerkannte Radon-Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz
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Die aktuellste Erfindung der Binker Materialschutz GmbH beschreibt ein neues Verfahren zur Absaugung von Radon beim Vorliegen einer Radonbelastung bzw. bei zu hohen Radonaktivitätskonzentrationen in Gebäuden, wobei hierzu ein inertes neutrales Tracergas (Indikatorgas, Spürgas) eingesetzt wird, um vor allem die optimalen Absaugpunkte für die Unterbodenabsaugung z. B. in komplexen, mehrgliedrigen Gebäuden zu finden. Dieses Verfahren ergänzt das Radon-Sniffing in kongenialer Weise.

Einsatz eines inerten Tracergases mit Gasflasche und Gesichtsschutz zur Lokalisierung von Radon-Eintrittspfaden
Patenturkunde des Deutschen Patent- und Markenamts über Patent Nr. 10 2024 123 395 der Binker Materialschutz GmbH zur Radonabsaugung

Foto: Einsatz des Tracergases für eine optimale Radonsanierung (Bildquelle: Dr. G. Binker) sowie Patenturkunde (die Patentschrift kann bei uns angefordert werden).

Radon im Gebäude – und die bewährten Sanierungsmethoden

Gebäude, die auf einem deutlich Radium-haltigen Untergrund gebaut sind, können z. T. stark Radon-belastet sein, da das radioaktive Radium sehr mobiles Radon-Gas sowie Thoron-Gas im Erdreich unter dem Haus in die Bodenluft (= Erdreich-Luft) freisetzt. Das Radongas (sowie Thoron) dringt überwiegend konvektiv ins Gebäude ein und kann bei den Bewohnern oder Nutzern Lungenkrebs erzeugen. Oft wird von der Binker Materialschutz GmbH als Sanierungsmaßnahme gegen diese Radonbelastung eine professionelle Unterbodenabsaugung (Bodenplattenabsaugung) mit Radonturbinen oder Radonsaugern zur Absaugung des Radons/Thorons aus dem Untergrund vorgenommen und das Gas außerhalb des Gebäudes in die Umgebung gefahrlos abgeführt. So können beide Gase kaum mehr ins Gebäude eindringen.

Alternativ wurden von uns hierzu eine Überdruckmethode und Noppenbahn-Lösung entwickelt, um in den Radon-belasteten Gebäuden einen Überdruck zu erzeugen, sodass hierdurch ein Eintritt von Radongas in das Gebäude weitgehend unterbunden wird, oder dass eine verlegte Noppenbahn als Hohlboden energiearm abgesaugt wird.

Das neue patentierte Tracergas-Verfahren

Der nun vorliegenden Erfindung liegt ein Gebäudeanalyse-Verfahren zur nachfolgenden Unterbodenabsaugung von Radon und Thoron zu Grunde, welches insbesondere eine präzise und einfache Optimierung und Ausführung einer Absaugung dieser beiden Bodengase ermöglicht und dies bei geringem Energieeinsatz. Mit unserem neuen Verfahren kann anhand der gewonnenen Tracergas-Untersuchungsinformationen eine optimale Auswahl von geplanten oder ermittelten Absaugorten (meist Kernbohrungen in erdberührte Böden/Wände) erfolgen, welche dann tatsächlich für die Unterboden-Absaugung genutzt werden.

Beispiel: Bei einem Bestandsgebäude auf felsigem Untergrund macht es wenig Sinn, in den Fels zu bohren, um Radongas unter dem Gebäude von dort abzusaugen. Mit unserer Tracergas-Methode zur Radonea®-Radonsanierung können jedoch dennoch optimale und effektiv wirkende „Radon-Absaugpunkte“ schnell für das zu sanierende Gebäude ausfindig gemacht werden, um Radongas unter dem Gebäude über analysierte und aufgespürte vorhandene Bodenluft-Verbindungen über weite Strecken optimal abzusaugen, sodass kaum mehr Radon ins Gebäude gelangt.

Schematische Darstellung einer Tracergas-Untersuchung: Gasflaschen geben an mehreren Stellen Tracergas ab, Pfeile zeigen die im Fels-Untergrund ermittelten Verbindungswege zur Turbinenabsaugung im Keller
Graphik: Beispiel für eine Tracergas-Untersuchung in einem Bestandsgebäude mit Stadtmauer-Integration und Untergrundfels in Teilbereichen: Die Tracergas-Verbindungen zur vorgesehenen Turbinenabsaugung sind ermittelt.

Mit der Tracergas-Methode werden Druckmessungen (Kommunikationstest) weniger wichtig (siehe z. B. DIN/TS 18117 bzw. nachfolgende Graphik aus Kanada) bzw. die Druckmessungen ergänzen ggfs. unsere Tracergas-Methode. Mit unserer neuen patentierten Tracergas-Methode können so auch unvermutete Radonausbreitungswege und Absaugpassagen ermittelt werden. Dadurch wird eine energetisch optimierte Radon-Unterbodenabsaugung möglich.

Schematische Darstellung des Kommunikationstests nach kanadischem Leitfaden: Industriesauger mit Schlauch nach draußen sowie Druckmessgeräte an Monitoring- und Test-Loch unter der Bodenplatte
Refer to Reducing Radon Levels in Existing Homes: A Canadian Guide for Professional Contractors, Health Canada, 2010, ISBN: 978-1-100-18472-2 for tutorial on the communication test.
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Binker Materialschutz GmbH