Die Radonkarte des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zeigt im Osten und besonders im Nordosten Schleswig-Holsteins erhöhte Bodenradon-Werte – und damit stellenweise eine deutliche Radonbelastung in Gebäuden mit Radonaktivitätskonzentrationen von teils über 300 Bq/m³ im Jahresmittel. Radon ist ein sehr mobiles, radioaktives Gas, das im Untergrund entsteht, überwiegend konvektiv in Gebäude eindringt und Lungenkrebs verursachen kann. Die Binker Materialschutz GmbH misst, lokalisiert und saniert Radon fachgerecht aus einer Hand – auch in Ostholstein.
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient, denkmalverträglich und langfristig wirksam.
Inhalt
Wo in Ostholstein die Radon-Werte erhöht sind
Betroffen ist nach der Radonkarte der Landschaftsraum Angeln bis hinunter an die Schlei sowie das nordöstliche Schwansen und das Gebiet von Kiel aus Richtung Südwesten bis ins nördliche Lauenburg. Die Ursachen liegen in den geologischen Verhältnissen des Bodens in diesen Regionen. Diese regionalen Unterschiede gehen auf Gletscher-Sedimente – sogenannten Geschiebemergel – aus der Eiszeit zurück.
Warum gerade hier? Die eiszeitliche Geologie Ostholsteins
Die Geologie in Ostholstein unterscheidet sich grundlegend vom Rest Schleswig-Holsteins: Als junge Jungmoränenlandschaft wurde sie direkt durch die Weichsel-Kaltzeit – die letzte große Eiszeit – geprägt. Dadurch zeigt Ostholstein ausgeprägte geologische Kontraste im Vergleich zu den älteren, flacheren Gebieten im Westen.
Die Gletscher aus Skandinavien reichten vor rund 20.000 Jahren bis nach Ostholstein – mit Endmoränen, abgelagerten Grundmoränen und zahlreichen, durch abtauendes Toteis entstandenen Rinnenseen. Das vom Eis mitgeführte Gesteinsmaterial wurde beim Abschmelzen abgelagert und formte die kuppige Moränenlandschaft der Holsteinischen Schweiz. Deshalb kommt Granit (neben Gneis, Unakit, Porphyr u. a.) in Ostholstein vor – allerdings nicht als gewachsener Fels im Untergrund, sondern als Geröll (Geschiebe). Eiszeitliche Gletscher transportierten dieses plutonische Gestein aus Skandinavien hierher.
Woher das Radon kommt: Radioaktivität von Granit & Co.
Die spezifische Radioaktivität in Granit ist natürlichen Ursprungs und resultiert primär aus Spuren von Uran, Thorium und Kalium in den Mineralen (Feldspat, Quarz, Glimmer). Aus dem Zerfall von Uran und Thorium entstehen Radium-Isotope, die Radon (Rn-222) und Thoron (Rn-220) freisetzen. Die spezifische Aktivität von Radium (Ra-226) in Granit liegt – stark von der Herkunft abhängig – zwischen 30 und 500 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg).
Die spezifische Aktivität von Radium-226 in ostholsteinischem Moränen-Granit liegt typischerweise im Bereich von 30 bis 150 Bq/kg.


Für Wohnräume lassen sich beispielhaft folgende effektive Dosisleistungen für Granit im Vergleich zu anderen Baumaterialien angeben (in nSv/h; 1 nSv/h = 0,001 µSv/h):
Referenzwert 300 Bq/m³, WHO-Empfehlung und Lungenkrebsrisiko
Die Radonaktivitätskonzentration wird in Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m³) gemessen – ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde. Nach dem Strahlenschutzgesetz gilt für Innenräume (Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze) ein Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel. Fachbehörden wie das Bundesamt für Strahlenschutz und das Umweltministerium Schleswig-Holstein empfehlen jedoch – wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – vorsorglich Werte unter 100 Bq/m³ in Wohnräumen, da das Lungenkrebsrisiko mit Radonkonzentration und Expositionsdauer signifikant steigt.
Lässt sich das Risiko regional nachweisen?
In Deutschland wird ein anonymisiertes epidemiologisches Krebsregister geführt: Erfasst werden wohnortbezogen alle neu aufgetretenen Krebsfälle, um Häufigkeiten zu ermitteln, regionale Unterschiede zu erkennen und Risikofaktoren zu erforschen; die Daten werden zentral im Robert Koch-Institut (RKI) zusammengeführt. Ein regional klar erhöhtes Lungenkrebsaufkommen allein durch Radon lässt sich anhand der Krebsregister-Daten bislang nicht eindeutig nachvollziehen – Schleswig-Holstein zählt im Bundesvergleich nicht zu den am stärksten radonbelasteten Regionen (siehe Strahlenschutz-Informationen des Landes Schleswig-Holstein). Das entbindet im Einzelfall aber nicht von einer sorgfältigen Messung und Bewertung vor Ort.
Ein Fall aus Munkbrarup in den Medien
In den Medien wurde der Fall von Daniel Boysen aus Munkbrarup bekannt: Der damals 39-Jährige erkrankte schwer an Krebs; berichtet wurde zudem über eine festgestellte Radonbelastung im Wohnhaus der Familie. Der Fall wurde u. a. im Rahmen einer Spendenaktion öffentlich (Bericht auf shz.de).
Hinweis: Wir bewerten diesen Fall nicht. Wir geben ausschließlich öffentlich zugängliche Medienangaben wieder.
Wichtig zur Einordnung: Ob oder mit welcher Wahrscheinlichkeit eine einzelne Krebserkrankung konkret durch Radon verursacht wurde, lässt sich in der Onkologie und Strahlenbiologie für eine einzelne Person nicht belegen. Es lässt sich nur der statistische und wissenschaftliche Rahmen beschreiben:
- Statistisches Risiko: Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz gehen rechnerisch rund 6,3 % aller Lungenkrebs-Todesfälle in Deutschland auf Radon in Wohnräumen zurück – Radon ist nach dem Rauchen der zweithäufigste Auslöser von Lungenkrebs.
- Dosis-Wirkungs-Beziehung: Mit der Radonkonzentration steigt das Risiko. Nach Auswertungen des BfS bzw. der großen europäischen Pooling-Studie nimmt das relative Lungenkrebsrisiko um rund 16 % je zusätzlichen 100 Bq/m³ in der Raumluft zu.
- Kombinationswirkung: Das individuelle Risiko hängt stark von weiteren Faktoren ab. Besonders Rauchen wirkt zusammen mit Radon als massiver Multiplikator; Ähnliches gilt u. a. für Feinstaub und bestimmte Schadstoffe.
Beispiel: Gebäudeanalyse in einem Wohnhaus in Ostholstein
Nachfolgend ein Beispiel unserer Gebäudeanamnese und Gebäudeanalyse in einem Wohnhaus in Ostholstein nahe Steinbergkirche: Die Binker Materialschutz GmbH erfasste im gesamten Gebäude die Radon-/Thoron-Raumluftkonzentration und ermittelte in Erdgeschoss und Keller die wesentlichen Sniffing-Konzentrationen – Grundlage für ein fachgerechtes Sanierungskonzept. Eingesetzt wurden moderne Messgeräte wie der AlphaS von Bertin und der Canadian Radon Sniffer. Mehr zur Radon- und Thoronmessung und zum Radon-Sniffing.
Zusammenfassung der Radonanalyse: Sowohl die Raumluft- als auch die Sniffingkonzentrationen waren sehr auffällig und rechtfertigen eine zeitnahe Radonsanierung, um das häusliche Lungenkrebsrisiko durch Radon so gering wie möglich zu halten. Umgesetzt wird in diesem Fall eine Unterbodenabsaugung zur wirksamen Reduzierung von Radon.
Bewährte Radon-Sanierungsmethoden im Überblick
Je nach Gebäude und Radonwerten kombinieren wir die wirksamsten Verfahren. Besonders energieeffizient ist unser patentiertes Radonschutz-System mit Wärmerückgewinnung.
Grundlage jeder Sanierung ist eine fundierte Radon-Beratung und Gebäudediagnostik durch eine anerkannte Messstelle. Nach Abschluss erfolgt eine Erfolgsmessung als Nachweis für dauerhaft sichere Werte.
Jetzt Kontakt aufnehmenDie eiszeitliche Geologie macht Teile Ostholsteins zu Regionen mit erhöhtem Radonpotential. Ob daraus im Einzelfall ein relevantes Risiko wird, zeigt nur eine Messung im konkreten Gebäude. Mit Raumluftmessung, Radon-Sniffing, fundierter Diagnostik und einem passenden Sanierungskonzept lassen sich erhöhte Radonwerte zuverlässig deutlich unter den WHO-Zielwert von 100 Bq/m³ senken. Die Binker Materialschutz GmbH begleitet den gesamten Weg von der ersten Messung bis zur Erfolgskontrolle.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Nürnberg: Hauptsitz Lauf
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Westendstraße 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg
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