Die Radon-Sanierung in Ilmenau, einer Goethe- und Universitätsstadt im Radonvorsorgegebiet des Ilm-Kreises, zeigt, wie auch bei extrem hohen Radonwerten wirksame Maßnahmen dauerhaften Schutz bieten. Saniert wurden die Archivräume eines Gebäudes, in denen wir Radonkonzentrationen von über 1.400 Bq/m³ gemessen haben.
Inhalt
Das Gebäude und die Ausgangslage
Die Archivräume liegen im Kellergeschoss und sind über Revisionsschächte und Leitungsdurchführungen baulich mit dem Erdreich verbunden. Diese Verbindungen sind die Wege, über die Radon aus der Bodenluft ins Gebäude gelangt. Vor der Sanierung haben wir die Kellerwände und die Gründung auf Schadstoff-Verdachtsmomente geprüft und eine Radon-Gebäudeanamnese durchgeführt.


Radon-Sniffing: die Eintrittspfade finden
Mit dem Radon-Sniffing suchen wir die Stellen, an denen Radon tatsächlich eintritt. Gemessen wird direkt an Rissen, Fugen und Durchführungen, nicht im Raum. Das zeitaufgelöste Radon-Sniffing zeigte an den Eintrittspfaden Spitzenwerte von über 13.000 Bq/m³.


An einem Riss im Archivkeller-Boden haben wir Radon und Thoron getrennt gemessen. Das SARAD RTM 1688-2 wies dort 2.804 Bq/m³ Radon und 3.924 Bq/m³ Thoron nach.



Die Raumluft vor der Sanierung
Parallel zum Radon-Sniffing liefen Kurzzeitmessungen mit RadonEye-Geräten in den betroffenen Räumen. Im Archiv II lagen 1.219 Bq/m³ an, im Hausanschlussraum 1.117 Bq/m³.


Die Übersicht über alle Messpunkte zeigt Werte zwischen 1.096 und 1.438 Bq/m³ im gesamten Archivkeller.

Die Radon-Sanierung: mehrsträngige Radon-Unterbodenabsaugung
Aus der Gebäudeanamnese, der Schadstoffprüfung und der Bewertung der Sniffing-Ergebnisse ergab sich eine mehrsträngige Radon-Unterbodenabsaugung mit horizontalen und vertikalen Kernbohrungen. Die Absaugpunkte wurden an eine Radonturbine mit korrespondierendem Wasserabscheider angeschlossen. Die Turbine erzeugt unter der Bodenplatte einen Unterdruck, sodass die radonhaltige Bodenluft abgeführt wird, bevor sie ins Gebäude gelangt.





Das Ergebnis
Nach Aktivierung der Radonturbine fielen die Radon-Aktivitätskonzentrationen im Archiv II auf 39 Bq/m³. Im Archiv I zeigte das RadonEye ebenfalls Werte weit unter 50 Bq/m³.


Die Mittelfristmessungen bestätigen das über alle Räume hinweg: Die Werte liegen jetzt zwischen 18 und 88 Bq/m³. Die Vergleichsmessung belegt die Wirkung unmittelbar: Wird die Radonturbine abgeschaltet, steigen die Konzentrationen sofort an, nach dem Einschalten fallen sie ebenso schnell wieder.


Damit die Sanierung dauerhaft wirkt, warten wir Radonturbine und Wasserabscheider alle 2 Jahre.
Damit liegen die Archivräume unter dem von der WHO empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ und deutlich unter dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³, der auch an Arbeitsplätzen gilt.
Radon in Ilmenau: die amtlichen Werte und unsere Messung
Das Bundesamt für Strahlenschutz weist für Ilmenau diese Werte aus:
- Radonpotenzial: 24,7
- Radon in der Bodenluft: max. 31.800 Bq/m³ (geologische Einheit: basische Vulkanite)
- Radon-Vorsorgegebiet: ja (Stadt Ilmenau)
- Radon in Wohnräumen: 143 Bq/m³ (Gemeindemittel Ilmenau)


In diesem Gebäude haben wir im Archivkeller 1.096 bis 1.438 Bq/m³ gemessen, beim Radon-Sniffing an den Eintrittspfaden über 13.000 Bq/m³.
Hinweis zum Gemeindemittel: Das ist ein statistischer Durchschnitt über viele Gebäude. In einzelnen Gebäuden messen wir in der Praxis regelmäßig deutlich höhere Werte. Die tatsächliche Belastung zeigt nur eine eigene Messung.
Radon nach Postleitzahl
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Radon im Archiv: messen statt schätzen
Archive und Lagerräume im Kellergeschoss werden selten dauerhaft genutzt und deshalb oft übersehen. Für Arbeitsplätze gilt der Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel, und der wurde hier um mehr als das Vierfache überschritten. Das Projekt zeigt, dass eine Radon-Unterbodenabsaugung auch Werte über 1.400 Bq/m³ zuverlässig auf ein unbedenkliches Niveau senkt. Wir sind deutschlandweit für Sie im Einsatz, unter anderem in München, Nürnberg, Stuttgart, Dresden, Köln, Pforzheim und vielen weiteren Städten.
Radon-Sniffing anfragen
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Radonschutz durch Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de
