Die Radonkarte Deutschland zeigt, in welchen Regionen mit einer erhöhten Belastung durch das radioaktive Gas Radon zu rechnen ist. Radon dringt in Gebäude ein und kann Lungenkrebs verursachen. Grundlage für die Radonkarte ist die geologische Beschaffenheit des Bodens. Doch die Karte ist nur ein erster Anhaltspunkt: Wer wissen will, ob das eigene Gebäude betroffen ist, sollte genauer hinsehen.
Inhalt
Was zeigt die Radonkarte Deutschland?
Die Radonkarte wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereitgestellt und stellt das sogenannte Radonpotenzial des Untergrunds dar. Sie zeigt, wo in Deutschland der Boden typischerweise höhere Radonfreisetzung erwarten lässt, nicht, wie hoch die Belastung in einem bestimmten Gebäude ist.
Unsere Karte zeigt das Radonpotenzial nach den Daten des BfS: Je dunkler ein Feld, desto höher das Radonpotenzial. Die offizielle Radonkarte finden Sie beim BfS.

Was sind Radonvorsorgegebiete?
Radonvorsorgegebiete sind Gebiete, für die erwartet wird, dass der Referenzwert für Radon in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden überschritten wird. Festgelegt werden sie von der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes nach § 121 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG).
Dort gelten unter anderem:
- Messpflichten an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss (§ 127 StrlSchG)
- Pflicht zur Senkung der Radonkonzentration, wenn an einem Arbeitsplatz der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird (§ 128 StrlSchG)
- zusätzliche Maßnahmen zum Radonschutz beim Neubau von Gebäuden (§ 123 StrlSchG)
Jedes Bundesland entscheidet selbst, welche Gebiete es festlegt, die Kriterien dafür regelt § 153 der Strahlenschutzverordnung. Radonvorsorgegebiete haben bisher 6 Bundesländer ausgewiesen, laut der Übersicht des Bundesamts für Strahlenschutz in diesen Regionen:
- Baden-Württemberg: Schwarzwald
- Bayern: Fichtelgebirge (Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge)
- Niedersachsen: Harz
- Sachsen: Erzgebirge, Osterzgebirge und Vogtland
- Sachsen-Anhalt: Harz und Landkreis Mansfeld-Südharz
- Thüringen: Thüringer Wald, Ostthüringen
Wo gibt es außerdem erhöhte Radonwerte?
Ein hohes Radonpotenzial gibt es auch außerhalb der Radonvorsorgegebiete, auf der Karte oben zum Beispiel im Alpenvorland südlich von München. Und auch außerhalb dieser Regionen können lokal hohe Belastungen auftreten: abhängig vom Untergrund, der Bauweise und dem Lüftungsverhalten.
Beispiel: Der Kreis Plön in Schleswig-Holstein zeigt trotz norddeutscher Lage eine auffällig hohe Radonbelastung.
Wie verlässlich ist die Radonkarte?
Die Radonkarte bietet eine regionale Orientierung, aber keine Gewissheit für einzelne Gebäude. Die tatsächliche Belastung hängt zusätzlich ab von:
- der Bauweise
- Undichtigkeiten und Öffnungen
- Lüftungsverhalten
- Druckverhältnissen zwischen Boden und Raumluft
Die Karte ist hilfreich, aber keine Garantie für das einzelne Gebäude.
Radon nach PLZ: die Werte für Ihre Adresse
Wer es genauer wissen will, nutzt besser eine individuelle Risikoeinschätzung mit unserem kostenlosen Tool „Radon nach PLZ“.
So funktioniert’s:
- Postleitzahl eingeben
- Mit ein paar Klicks die Fragen zu Gebäude und Nutzung beantworten
- Auswertung per E-Mail erhalten: die amtlichen Werte des BfS für Ihre Adresse, 2 Kartenausschnitte und die Einschätzung Ihrer Werte von Dr. Gerhard Binker
Die Nutzung ist kostenlos und ein idealer erster Schritt zur Risikoabschätzung. Wenn sich ein erhöhtes Risiko abzeichnet, ist eine weiterführende Radonmessung empfehlenswert.
Was tun bei erhöhtem Radonrisiko?
Wenn ein hohes Radonpotenzial besteht oder eine Messung bereits überdurchschnittliche Werte ergeben hat:
- Langzeitmessung über mindestens 2 bis 3 Monate, am besten in der Heizperiode von Oktober bis März (BfS und StrlSchG empfehlen bzw. geben 12 Monate vor), zum Beispiel mit Radon-Dosimetern
- Radon-Sniffing, um die Eintrittspfade im Gebäude aufzuspüren
- Radonsanierung, zum Beispiel mit Radon-Unterbodenabsaugung, Radonabdichtung oder Lüftung
Welche Werte gelten als kritisch?
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, bereits ab 100 Bq/m³ Maßnahmen zur Reduktion zu prüfen
- In Deutschland liegt der gesetzliche Referenzwert bei 300 Bq/m³. Wird er an einem Arbeitsplatz überschritten, sind Maßnahmen zur Senkung gesetzlich vorgeschrieben (§ 128 StrlSchG). Für private Wohnräume besteht keine gesetzliche Pflicht zur Messung oder Sanierung.
Die Binker Materialschutz GmbH bietet Radonmessung, Radon-Sniffing und Radonsanierung aus einer Hand, abgestimmt auf Ihr Gebäude.
Häufige Fragen zur Radonkarte Deutschland
Was ist die Radonkarte Deutschland?
Die Radon-Karte des BfS zeigt das Radonpotenzial des Bodens in Deutschland. Sie ist eine erste Orientierung, aber kein Gebäude-Messwert.
Was sind Radonvorsorgegebiete?
Das sind Regionen mit statistisch erhöhtem Risiko, in denen laut Strahlenschutzgesetz besondere Schutz- und Messpflichten gelten.
Ist mein Haus betroffen?
Das lässt sich nur durch eine Messung im Gebäude feststellen. Die Karte oder PLZ-Abfrage zeigen lediglich die Wahrscheinlichkeit von Überschreitungen an.
Wie funktioniert die PLZ-Abfrage?
Sie geben Ihre Postleitzahl ein und beantworten ein paar kurze Fragen zu Ihrem Gebäude. Anschließend erhalten Sie per E-Mail die amtlichen Werte für Ihre Adresse und die Einschätzung von Dr. Gerhard Binker.
Jetzt kostenlos prüfen
Radonkarte, PLZ-Check und Messung
Die Radonkarte Deutschland liefert einen wertvollen Überblick. Echte Sicherheit bietet aber nur die Kombination aus Kartenwissen, PLZ-Einschätzung und Messung.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Nürnberg: Hauptsitz Lauf
Binker Materialschutz GmbH
Westendstraße 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg
Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?
Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

