Radon in der Eifel: Das zeigt die große Messkampagne im Hohen Venn

Die Zentrale Radonstelle NRW hat von 2024 bis 2025 im Auftrag des Gesundheitsministeriums Nordrhein-Westfalen die bislang größte Radon-Messkampagne der Region durchgeführt: In 7 Kommunen rund um das Hohe Venn wurden 1.550 Wohnhäuser über jeweils rund 1 Jahr vermessen, dazu 41 Schulen und 37 Kindergärten. Der im April 2026 veröffentlichte Abschlussbericht zeigt: In einzelnen Gemeinden der Nordeifel überschreitet mehr als jedes 7. Wohnhaus den gesetzlichen Referenzwert. Die Eifel in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zählt zu den Regionen mit erhöhtem Radonpotenzial in Deutschland: Durch die geologischen Gegebenheiten, insbesondere vulkanisches Gestein und Verwerfungen, können überdurchschnittlich hohe Radonwerte auftreten. Dr. Gerhard Binker führt Radon-Beratungen deutschlandweit persönlich durch, selbstverständlich auch in der Eifel. Wir fassen die Ergebnisse zusammen und ordnen ein, was sie für Hausbesitzer in der Region bedeuten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Messkampagne Hohes Venn

  • 97 Prozent der untersuchten Räume liegen unter dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³
  • In 23 Prozent aller untersuchten Gebäude wurde jedoch in mindestens 1 Wohnraum mehr als 100 Bq/m³ gemessen
  • Spitzenreiter Hürtgenwald: 47 Prozent der Häuser über 100 Bq/m³, 16 Prozent über 300 Bq/m³, Maximalwert 1.988 Bq/m³ im Jahresmittel
  • Simmerath: jedes 3. Haus über 100 Bq/m³, jedes 20. über 300 Bq/m³, Maximalwert 1.332 Bq/m³
  • In 8 Schulen und Kitas der Region sind Schutzmaßnahmen nötig, die Kommunen setzen sie bereits um

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Gemeinde für Gemeinde: so unterschiedlich ist die Radonlage

Der Bericht weist für jede Kommune aus, wie viele der untersuchten Wohnhäuser in häufig genutzten Wohnräumen über 100 bzw. über 300 Bq/m³ liegen:

  • Hürtgenwald: 47 Prozent über 100 Bq/m³ – 16 Prozent über 300 Bq/m³
  • Simmerath: 35 Prozent über 100 Bq/m³ – 5 Prozent über 300 Bq/m³
  • Monschau: 31 Prozent über 100 Bq/m³ – 2 Prozent über 300 Bq/m³
  • Nideggen: 19 Prozent über 100 Bq/m³ – 3 Prozent über 300 Bq/m³
  • Roetgen: 12 Prozent über 100 Bq/m³ – 2 Prozent über 300 Bq/m³
  • Stolberg: 9 Prozent über 100 Bq/m³ – 0 Prozent über 300 Bq/m³
  • Langerwehe: 8 Prozent über 100 Bq/m³ – 1 Prozent über 300 Bq/m³

Auffällig ist das starke Gefälle auf engem Raum: Zwischen Langerwehe und dem benachbarten Hürtgenwald liegen nur wenige Kilometer, aber Welten bei den Messwerten. Die Ursache sieht der Bericht in der Geologie: In Simmerath und Hürtgenwald stehen die Überschreitungen im Zusammenhang mit bestimmten Gesteinsarten im Boden, insbesondere den unterdevonischen Rurberg-Schichten.

Altbau mit Keller: das höchste Risiko

Neben dem Untergrund entscheiden die Gebäudeeigenschaften über die Radonkonzentration in den Wohnräumen. Die Auswertung am Beispiel Hürtgenwald bestätigt, was wir aus der Sanierungspraxis kennen: Die gemessene Radonkonzentration steigt im Mittel mit dem Gebäudealter, und unterkellerte Häuser weisen höhere Werte auf als Gebäude ohne Keller. Das höchste Risiko besteht laut Bericht bei teilunterkellerten Altbauten. Wie sich Radonschutz bei der Altbausanierung und beim Umbau direkt mitplanen lässt, zeigen wir in einem eigenen Beitrag. Überschreitungen des Referenzwerts wurden allerdings in allen Gebäudetypen festgestellt, ein Neubau ohne Keller ist keine Garantie für niedrige Werte. Das passt zur Bauweise in der Eifel: Sie reicht von alten Bauern- und Fachwerkhäusern bis zu modernen Einfamilienhäusern, mit jeweils eigenen Anforderungen an den Radonschutz. Besonders betroffen sind die historischen Ortskerne mit ihrer alten Bausubstanz, etwa die Fachwerkstädte Monschau und Monreal oder Burgorte wie Kronenburg.

Schulen und Kitas: vereinzelt Handlungsbedarf

In 41 Schulen und 37 Kindergärten bzw. Kindertagesstätten der Region wurden 517 Messgeräte an Arbeitsplätzen und in Aufenthaltsräumen aufgestellt. Das Ergebnis fällt überwiegend beruhigend aus: Nur in 8 Einrichtungen, darunter Schulen in Monschau, Nideggen und Stolberg sowie Grundschulstandorte und Kitas in Hürtgenwald, wurde der Referenzwert an mindestens 1 Arbeitsplatz überschritten. Dort laufen Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration, in Nideggen beispielsweise über technische Lüftungsanlagen mit anschließender Kontrollmessung über 1 Jahr.

Was bedeutet das für Hausbesitzer in der Eifel?

Der Bericht stellt klar: Der Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert zwischen gefährlich und ungefährlich. Medizinische Untersuchungen haben bereits ab 100 bis 200 Bq/m³ eine Erhöhung des Lungenkrebsrisikos nachgewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb, in Innenräumen dauerhaft unter 100 Bq/m³ zu bleiben. An diesem strengeren Richtwert orientieren wir uns auch bei jeder Radonsanierung: Ziel ist die dauerhafte Reduktion deutlich unter 100 Bq/m³, nicht nur knapp unter die gesetzlichen 300 Bq/m³.

Für alle, die nicht an der Messkampagne teilnehmen konnten, gilt: Ob Ihr Standort in einem Risikogebiet liegt, verrät in wenigen Klicks unser kostenloses Tool Radon nach PLZ. Verlässliche Gewissheit über Ihr eigenes Haus liefert eine Langzeitmessung, im Messprogramm betrug die mittlere Messdauer 368 Tage, denn nur der Jahresmittelwert ist aussagekräftig. Radon-Dosimeter für genau solche Messungen erhalten Sie bei uns als staatlich anerkannter Messstelle.

Bei erhöhten Werten empfiehlt der Bericht die Einbindung einer professionellen Radonfachperson, die Eintrittspfade sicher identifiziert und verhältnismäßige Schutzmaßnahmen plant. Für Betriebe gelten eigene Pflichten, die wichtigsten haben wir im Beitrag zu Radon in Industrie- und Gewerbehallen zusammengefasst. Genau das ist unser Kerngeschäft: Dr. Gerhard Binker ist fortgebildete Radon-Fachperson und berät mit der Binker Materialschutz GmbH auch in der Eifel, von der Radon-Beratung über das Radon-Sniffing zur Eintrittspfad-Suche bis zur Sanierung mit anschließender Kontrollmessung.

Die Radon-Frage stellt sich dabei nicht nur in den 7 untersuchten Kommunen. Die Eifel reicht von Monschau, Simmerath, Heimbach und Schleiden rund um Nationalpark und Rursee über Düren, Euskirchen und Bad Münstereifel am Nordrand bis in die Vulkaneifel mit Daun, Gerolstein, Hillesheim und Manderscheid, wo Maare und Mineralquellen den vulkanischen Untergrund sichtbar machen, dazu Mayen, Monreal, Kronenburg und Wittlich. Für jeden dieser Orte lässt sich das Radonpotenzial in wenigen Klicks kostenlos prüfen:

Sie wohnen in Monschau, Simmerath, Hürtgenwald oder anderswo in der Eifel? Prüfen Sie Ihr Radonrisiko kostenlos nach Postleitzahl oder lassen Sie sich direkt von Dr. Gerhard Binker beraten.

Radon-Risiko ermitteln

Quelle: Zentrale Radonstelle NRW, Abschlussbericht „Innenraum-Messkampagne Hohes Venn: Ergebnisse der Radonmessungen 2024 – 2025″, veröffentlicht über das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW und die Gemeinde Simmerath.

Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson

Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.

Standort Nürnberg: Hauptsitz Lauf

Binker Materialschutz GmbH
Westendstraße 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg

Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?

Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

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Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?

Radon-Potential nach PLZ bestimmen

Überprüfen Sie mit unserem kostenlosen Radon Risiko-Check, ob Ihr Wohnort/Standort in einer Region mit erhöhter Radon-Belastung liegt. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein und erhalten Sie eine Einschätzung auf Grundlage der offiziellen Daten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS).

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