Brauereien mit eigener Trinkwasser- oder Brauwassergewinnung sowie Mineralbrunnenbetriebe stehen unter denselben gesetzlichen Anforderungen zum Strahlenschutz wie Wasserwerke. Überall dort, wo Grundwasser gefördert, aufbereitet und genutzt wird, kann das radioaktive Edelgas Radon (Rn-222) in erhöhten Konzentrationen auftreten – sowohl im Wasser selbst als auch in der Raumluft von erdberührten Betriebsbereichen.
Hinweise aus dem Strahlenschutzgesetz und dem Bundesamt für Strahlenschutz: Spezielle Arbeitsfelder für Radon sind typischerweise Orte, an denen aufgrund der Beschaffenheit des Arbeitsplatzes erhöhte Radonkonzentrationen auftreten können. Dazu gehören untertägige Bergwerke, Schächte und Höhlen, Radonheilbäder und -heilstollen sowie Anlagen zur Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung. Auch Arbeitsplätze in Radon-Vorsorgegebieten, insbesondere im Erd- und Kellergeschoss, sind betroffen.
Radon ist unsichtbar, geruchlos und chemisch inert. Gerade diese Eigenschaften machen es für Brauereien mit eigener Wassergewinnung und für Mineralbrunnenbetriebe zu einer besonderen Herausforderung. In diesen Anlagen betrifft Radon vor allem Quellfassungen, Brunnenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen, Gär- und Lagerkeller, Technikräume und Abfüllbereiche. Hier können sich Radon und seine kurzlebigen Zerfallsprodukte („Radontöchter“) anreichern und langfristig Gesundheitsrisiken für Beschäftigte verursachen.
Die Binker Materialschutz GmbH unter der Leitung von Dr. Gerhard Binker verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Radonmessung und Radonsanierung und unterstützt Betriebe der Getränke- und Lebensmittelindustrie bei der sicheren Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben.
Radon in Brauereien und Mineralbrunnenbetrieben: Herkunft und Risiken
Radon-222 entsteht durch den radioaktiven Zerfall von Uran-238 (und Thoron=Radon 220 aus Thorium-232) in der Erdkruste. Es diffundiert aus dem Boden in die Bodenluft und gelangt über Undichtigkeiten, Risse oder Rohrdurchführungen in Gebäude und technische Anlagen. Zudem ist Radon leicht in Wasser löslich und kann über Wasserzuführung auch in Gebäude gelangen.
Doppelte Belastungsquelle: Bodenluft und Rohwasser
In Brauereien mit eigener Brauwassergewinnung und in Mineralbrunnenbetrieben sind in der Regel zwei Eintrittswege relevant:
- Bodenluft – Radonhaltige Bodenluft steigt durch Undichtheiten in Fundamenten, Leitungsdurchführungen oder Drainageleitungen in Kellerbereiche, Brunnenhäuser und Quellfassungen ein.
- Rohwasser – Radon löst sich im Grundwasser und wird beim Fördern, Belüften und Aufbereiten freigesetzt.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU Bayern) weist darauf hin, dass in wasserführenden Betriebsbereichen die Radonkonzentrationen in der Luft stark schwanken können und oft Werte von über 1 000 Bq/m³ erreichen. In geologisch aktiven Regionen mit granit- oder uranhaltigem Gestein kann die Bodenluft sogar mehr als 1000 kBq/m3 = 100 000 Bq/m³ enthalten.
Gesundheitliche Bedeutung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet Radon als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach dem Rauchen. Es gibt keinen Hinweis auf einen Schwellenwert, unterhalb dessen Radon mit Sicherheit kein Gesundheitsrisiko darstellt. Pro 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft langjähriger Radon-Konzentration erhöht sich das Lungenkrebsrisiko aber um etwa 16 %.
Das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) legt einen Referenzwert von 300 Bq/m³ fest, ab dem Maßnahmen erforderlich sind. Dieser politisch festgesetzte Referenzwert hat keine konkrete medizinische Grundlage.
Für Wasser gilt gemäß Trinkwasserverordnung (TrinkwV) ein Grenzwert von 100 Bq/l.
Hinweise zum Lungenkrebsrisiko:
Das Lungenkrebsrisiko für jemanden, der nie geraucht hat, liegt bei einer Radonkonzentration von 0 Bq/m³ (kein Radon vorhanden) bei 0,41%. Bei 100 Bq/m³ beträgt das Lungenkrebsrisiko 0,47%, bei 400 Bq/m³ 0,67% und bei 800 Bq/m³ 0,93%. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass bei 0 Bq/m³ 4 von 1.000 Personen an Lungenkrebs erkranken, bei 100 Bq/m³ sind es 5 von 1.000 Personen und bei 800 Bq/m³ dann 10 von 1.000 Personen. Das Risiko steigt also merklich, wenn auch in absoluten Zahlen vergleichsweise gering. Anders sieht es aus, wenn man raucht und in einem von Radon belasteten Haus wohnt.
Raucher und Raucherinnen haben bei 0 Bq/m³ Radon im Raum ein rund 10%-iges Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Bei 100 Bq/m³ sind es rund 12%, bei 400 Bq/m³ schon 16% und bei 800 Bq/m³ steigt das Risiko auf 22%. In absoluten Zahlen heißt das: Wenn Raucher und Raucherinnen Radon nicht ausgesetzt sind, bekommen 100 von 1.000 Menschen dieser Gruppe Lungenkrebs. Beträgt die Radonbelastung 100 Bq/m³, erkranken 116 von 1.000 Personen und bei 800 Bq/m³ 216 von 1.000 Personen an Lungenkrebs. In absoluten Zahlen ist das Risiko also hier deutlich erhöht.
Quelle: https://www.thm.de/heraz/radon/einfluss-gesundheit.html
Gesetzliche Anforderungen und Messpflicht
Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung
Betriebe, in denen Beschäftigte in erdberührten Räumen oder an Wassergewinnungsanlagen tätig sind, fallen unter § 127 ff. StrlSchG und § 155 StrlSchV.
Brauereien mit eigenem Brunnen, Brauwasseraufbereitung oder Mineralbrunnenbetrieb gelten damit als Radon-Arbeitsfelder.
Hier ist eine regelmäßige Radonmessung Pflicht, um die jährliche Dosisbelastung der Beschäftigten zu kontrollieren.
- Referenzwert Luft: 300 Bq/m³ (Jahresmittelwert)
- Grenzwert Wasser: 100 Bq/l gemäß TrinkwV § 7
- Eingreifwert: 2 MBq × h/m³ ≈ 6 mSv/a – ab hier Pflicht zur Personendosimetrie
- Maximale Jahresdosis: 6 MBq × h/m³ ≈ 20 mSv/a
Überschreiten Messungen diese Werte, sind technische oder organisatorische Maßnahmen einzuleiten und der zuständigen Landesbehörde zu melden.
Personendosimetrie
In Bereichen mit erhöhter Radonkonzentration – etwa in Brunnenhäusern, Gärkellern, Quellfassungen oder Wasseraufbereitungsanlagen – ist eine Personendosimetrie durchzuführen. Hinweis: Bestellung von Personen-Dosimetern: mail@radonschutz.eu
Dabei tragen Beschäftigte zugelassene Dosimeter, die ihre individuelle Exposition über einen längeren Zeitraum erfassen.
Die Daten werden zur Dosisabschätzung und zur Nachweisführung gegenüber den Aufsichtsbehörden genutzt.
Quelle: https://www.lfu.bayern.de/strahlung/radon_in_gebaeuden/arbeitsplaetze/index.htm
Radonquellen in Brauereien und Mineralbrunnenbetrieben
Die Entstehungs- und Eintrittsorte von Radon sind in diesen Betrieben vielfältig:
- Quell- und Brunnenstuben: Radonhaltiges Wasser entgast bei Druckabfall oder Belüftung.
- Rohwasserleitungen und Schächte: Undichtheiten führen zu Eintrag radonhaltiger Bodenluft.
- Gär- und Lagerkeller: Hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Luftwechselraten fördern Radonakkumulation.
- Technikräume: Rohrdurchführungen und Drainagen sind häufig Eintrittsstellen.
- Abfüllhallen: Freisetzung aus belüftetem Brauwasser oder Prozesswasser.
Brauereien, die in felsigem Untergrund oder alten Kellermauern mit Naturstein angelegt sind, weisen erfahrungsgemäß erhöhte Radonwerte auf.
Radonmessung: Verfahren und Geräte
Radonmessungen müssen über 12 Monate erfolgen, um jahreszeitliche Schwankungen zu erfassen. Ergänzend sind Kurzzeitmessungen sinnvoll, etwa nach baulichen Änderungen oder zur Hotspot-Lokalisierung.
Die Binker Materialschutz GmbH verwendet verschiedene Messsysteme, die alle vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zugelassen sind und in Brauereien, Mineralbrunnenbetrieben und wasserführenden Produktionsanlagen eingesetzt werden:
RADTRAK³HE – Hochbereichsdetektor für stark belastete Anlagen
- Messbereich: bis 30 000 Bq/m³ (12 Monate)
- Vorteil: Einjährige Messung ohne Sättigung bei hohen Radonwerten
- Einsatz: Brunnenhäuser, Quellfassungen, Gär- und Lagerkeller
Das Gerät wurde 2025 nach erfolgreichen Ringversuchen vom BfS zugelassen und eignet sich besonders für Betriebe mit hohem Radonpotenzial.
AlphaGUARD – Echtzeit- und Langzeitmessung
- Messbereich: 2 – 2 000 000 Bq/m³
- Anwendung: Kontinuierliche Überwachung und Analyse von Schwankungen
- Beispiel: Erfassung der Belastung in Gärkellern mit saisonalem Betrieb
SARAD RTM 1688-2 – Quellenlokalisierung
- Messbereich: 0 – 10 000 000 Bq/m³
- Besonderheit: „Sniffing-Modus“ zur Ortung von Leckagen und Eintrittspfaden
- Einsatz: Zur präzisen Ursachenanalyse vor Sanierungsbeginn
Radonschutz in Brauereien und Mineralbrunnenanlagen
Je nach Belastungsquelle und Gebäudestruktur werden unterschiedliche Verfahren kombiniert.
Die Binker Materialschutz GmbH setzt folgende Systeme ein:
1. Keller- und Schachtbelüftung
Eine kontrollierte Zu- und Abluftführung sorgt für Verdünnung und Abtransport radonhaltiger Luft.
Sensoren steuern die Lüftung automatisch, sobald definierte Radonwerte überschritten werden.
Dieses Verfahren hat sich insbesondere in Gär- und Lagerkellern bewährt.
2. Unterbodenabsaugung
Bei erhöhter Bodenluftbelastung wird Radon unterhalb der Bodenplatte abgesaugt und über Rohrleitungen ins Freie geleitet.
Die Luftströmung wird über Radonsauger oder Turbinen geregelt.
Diese Technik ist besonders effektiv bei Gebäuden mit offenem Bodenaufbau oder Altbauten mit Natursteinfundament.
3. Abdichtung und Ringraumdichtungen
Risse, Fugen, Rohrdurchführungen und Ringräume werden dauerhaft abgedichtet, um das Eindringen radonhaltiger Bodenluft zu verhindern.
Die Lokalisierung erfolgt zuvor mit Geräten wie dem Atmos von Radonova, dem SARAD RTM 1688-2 oder dem Canadian Sniffer.
4. Entgasung und Belüftung des Brauwassers
Radon im Rohwasser wird durch gezielte Belüftung oder technische Entgasung entfernt.
Diese Methode reduziert gleichzeitig den Gehalt an Eisen und Mangan.
Alternativ kann unbelastetes Wasser beigemischt werden, um die Konzentration zu senken.
5. Kombination mit Wärmerückgewinnung
Die Binker Materialschutz GmbH bietet ein patentiertes System, das Unterbodenabsaugung und Überdruckverfahren kombiniert.
Durch integrierte Wärmerückgewinnung wird der Energieverlust minimiert – eine effiziente Lösung für kontinuierlich genutzte Betriebsräume.
siehe hier: https://radonsanierung-binker.de/patentiertes-radonschutz-system-mit-warmeruckgewinnung/
Überwachung und Wiederholungsmessung
Nach Abschluss einer Sanierung müssen die Radonwerte erneut überprüft werden.
Das LfU Bayern empfiehlt eine Kontrollmessung alle fünf Jahre oder nach baulichen bzw. technischen Änderungen.
So lässt sich die Wirksamkeit der Maßnahmen langfristig belegen.
Ergänzend kann eine kontinuierliche Raumluftüberwachung mit Echtzeitgeräten (z. B. AlphaGUARD oder Durridge RAD8) installiert werden, um die Belastung im laufenden Betrieb zu beobachten.
Radonbewertung mit dem Online-Tool von Radon-Sanierung Binker
Zur ersten Einschätzung des Standortrisikos steht das kostenlose Radon-Risiko-Tool zur Verfügung.
Anhand der Postleitzahl wird die Wahrscheinlichkeit erhöhter Radonwerte in Boden und Gebäuden ermittelt – eine hilfreiche Vorstufe zur individuellen Standortanalyse.
Auf dieser Grundlage erfolgt die betriebsbezogene Messplanung durch die Binker Materialschutz GmbH, eine vom BfS anerkannte Messstelle. Die Auswertung dient als Basis für gezielte technische Lösungen und für die Dokumentation gegenüber Behörden.

Regelmäßige Radonmessungen und fachgerechte Sanierungsmaßnahmen sind in Brauereien mit eigener Brauwassergewinnung und in Mineralbrunnenbetrieben unverzichtbar, um die Gesundheit der Beschäftigten und die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Durch präzise Diagnostik, bewährte Messtechnik und energieeffiziente Sanierungssysteme können Radonwerte dauerhaft gesenkt werden – sicher, wirtschaftlich und gesetzeskonform.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Nürnberg: Hauptsitz Lauf
Binker Materialschutz GmbH
Westendstraße 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg
Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: info@binker.de
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Jetzt bestellenBildnachweise: Fotolia_87788489_Sved Oliver, Fotolia_24792695_Panoramo, Binker Materialschutz GmbH