Das Bundesamt für Strahlenschutz misst für Braunlage ein Radonpotenzial von 88,8, einen Wert weit über der obersten Stufe der BfS-Skala, die bei 50 endet. Seit Dezember 2020 ist die Stadt eines von nur 3 Radonvorsorgegebieten in Niedersachsen. Dieser Beitrag zeigt, was das für Eigentümer, Arbeitgeber und Bauherren in Braunlage, Hohegeiß und Sankt Andreasberg bedeutet und wie eine Radonsanierung hier abläuft.
Inhalt
Radon in Braunlage: die amtlichen Werte
Die Werte des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) für Braunlage, abgefragt an der Ortsmitte:
- Radonpotenzial: 88,8
- Radon in der Bodenluft: max. 61.100 Bq/m³ (geologische Einheit: Devon)
- Radonvorsorgegebiet: ja, seit Dezember 2020
- Radon in Wohnräumen: 157 Bq/m³ im Gemeindemittel, deutlich über dem von der WHO empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³
Das Gemeindemittel ist ein statistischer Durchschnitt über viele Gebäude. In einzelnen Häusern messen wir in der Praxis deutlich höhere Werte, gerade in Ortslagen wie Braunlage mit Natursteinkellern und klüftigem Untergrund.
Radonkarte Braunlage und Umgebung

Die Karte zeigt das Radonpotenzial im 10-Kilometer-Raster des Bundesamts für Strahlenschutz, ein einzelnes Feld deckt rund 100 Quadratkilometer ab. Braunlage gehört zum Landkreis Goslar und liegt im Feld mit dem Wert 88,8. In den Feldern ringsum reichen die Werte von 1,0 bis 86,9.
Für die Einordnung einer Region ist das brauchbar, für ein einzelnes Gebäude nicht: Zwei Häuser in derselben Straße können unterschiedliche Werte haben, weil Bauweise und Keller darüber entscheiden, wie viel Bodenluft eintritt. Mit unserer kostenlosen Abfrage erhalten Sie die amtlichen BfS-Werte, abgefragt an Ihrer Adresse, dazu zwei Kartenausschnitte, einen zum Radonpotenzial und einen zum Radon in der Bodenluft, und die Einschätzung Ihrer Werte von Dr. Gerhard Binker:
Was das Radonvorsorgegebiet für Braunlage bedeutet
Am 23. Dezember 2020 hat Niedersachsen Braunlage gemeinsam mit Clausthal-Zellerfeld und Goslar zum Radonvorsorgegebiet erklärt. Was das im Einzelnen bedeutet, haben wir im Beitrag zur Ausweisung der Radonvorsorgegebiete zusammengefasst. Die wichtigsten Folgen:
- Arbeitgeber in Braunlage sind gesetzlich verpflichtet, die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen im Keller- und Erdgeschoss zu messen. Das betrifft auch Hotels, Pensionen und Gastronomie. Überschreitet das Ergebnis den gesetzlichen Wert von 300 Bq/m³, müssen Maßnahmen zur Senkung folgen.
- Bauherren müssen bei Neubauten zusätzliche bauliche Anforderungen zum Schutz vor Radon erfüllen. Dazu gehört, erdberührte Bauteile wie Bodenplatte und Kellerwände gegen aufsteigende Bodenluft abzudichten. Bei der Planung unterstützt Sie unsere Radon-Beratung im Um- und Neubau.
- Eigentümern und Mietern wird empfohlen, die Radonkonzentration in ihren Wohn- und Aufenthaltsräumen messen zu lassen. Eine Pflicht besteht für Privathaushalte nicht, die hohen Gemeindemittel sprechen aber für Gewissheit.
Warum gerade hier? Braunlage liegt am Fuß des Wurmbergs im Devon-Gestein des Hochharzes, durchzogen von Klüften und Störungen. Mehr zur Geologie und zu den amtlichen Werten der ganzen Region: Radon im Harz.
Radonsanierung in Braunlage: so gehen wir vor
Am Anfang steht die Frage, wie viel Radon tatsächlich in Ihren Räumen ankommt. Das klärt eine Langzeitmessung: Kleine passive Messgeräte, sogenannte Dosimeter, liegen dafür mehrere Monate in den genutzten Räumen und werden anschließend im Labor ausgewertet. Die Messung sollte die Wintermonate einschließen, denn in der Heizsaison sammelt sich am meisten Radon im Haus: Es wird seltener gelüftet, und die aufsteigende warme Heizungsluft erzeugt einen leichten Sog, der zusätzliches Radon aus dem Boden ins Gebäude zieht. Wir stellen Ihnen die passenden Dosimeter zur Verfügung und übernehmen die Auswertung.
Zeigt die Messung erhöhte Werte, spüren wir beim Radon-Sniffing die Eintrittspfade auf: Risse, Fugen, Rohrdurchführungen und Schächte. Auf dieser Grundlage entsteht das Sanierungskonzept, im Bestand meist eine Radon-Unterbodenabsaugung, die die radonhaltige Bodenluft unter dem Gebäude absaugt, beim Neubau eine Radon-Drainage unter der Bodenplatte. Nach der Inbetriebnahme messen wir nach, einmal mit laufender Anlage und einmal ohne: Der Vergleich zeigt unmittelbar, was die Maßnahme bewirkt. Radonmessung, Radon-Sniffing und Radonsanierung erhalten Sie bei uns alles aus einer Hand.
Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient und langfristig wirksam.
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Wir sind deutschlandweit für Sie im Einsatz, rund um Braunlage auch in den Nachbarorten Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Walkenried.
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Häufige Fragen zu Radon in Braunlage
Ist Braunlage ein Radonvorsorgegebiet?
Ja. Niedersachsen hat Braunlage im Dezember 2020 gemeinsam mit Clausthal-Zellerfeld und Goslar zum Radonvorsorgegebiet erklärt. Es sind die einzigen 3 Radonvorsorgegebiete in Niedersachsen.
Wie hoch ist die Radonbelastung in Braunlage?
Das Bundesamt für Strahlenschutz misst für Braunlage ein Radonpotenzial von 88,8, einen Wert weit über der obersten Stufe der BfS-Skala, die bei 50 endet. Das Gemeindemittel für Wohnräume liegt bei 157 Bq/m³ und damit über dem WHO-Richtwert von 100 Bq/m³.
Müssen Arbeitgeber in Braunlage Radon messen?
Ja. Im Radonvorsorgegebiet müssen Arbeitgeber die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen im Keller- und Erdgeschoss messen, das gilt auch für Hotels, Pensionen und Gastronomie. Überschreitet das Ergebnis den gesetzlichen Wert von 300 Bq/m³, müssen Maßnahmen zur Senkung folgen.
Was kostet der erste Schritt bei Radon in Braunlage?
Der erste Schritt ist kostenlos: die Abfrage der amtlichen Radonwerte für Ihre Adresse über Radon nach Postleitzahl. Danach folgt eine Langzeitmessung mit Dosimetern, deren Ergebnis über das weitere Vorgehen entscheidet.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Bad Bentheim:
Binker Materialschutz GmbH
über R. Breitenbach
Ochtruper Str. 34 a
D-48455 Bad Bentheim
Telefon: +49 (0) 172 8103547
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?
Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

