Clausthal-Zellerfeld ist eines von nur 3 Radonvorsorgegebieten in Niedersachsen. Das Bundesamt für Strahlenschutz misst für die Bergstadt im Oberharz ein Radonpotenzial von 34,7, und das Gemeindemittel für Wohnräume liegt bei 120 Bq/m³, über dem von der WHO empfohlenen Richtwert. Dieser Beitrag zeigt, was das für Eigentümer, Arbeitgeber und Bauherren bedeutet und wie eine Radonsanierung hier abläuft.
Inhalt
Radon in Clausthal-Zellerfeld: die amtlichen Werte
Die Werte des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) für Clausthal-Zellerfeld, abgefragt an der Ortsmitte:
- Radonpotenzial: 34,7
- Radon in der Bodenluft: max. 98.100 Bq/m³ (geologische Einheit: Karbon)
- Radonvorsorgegebiet: ja, seit Dezember 2020
- Radon in Wohnräumen: 120 Bq/m³ im Gemeindemittel, über dem von der WHO empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³
Das Gemeindemittel ist ein statistischer Durchschnitt über viele Gebäude. In einzelnen Häusern messen wir in der Praxis deutlich höhere Werte. Das gilt besonders für die alten Bergmannshäuser und Gewölbekeller der Oberharzer Bergstadt, die häufig direkten Kontakt zum klüftigen Untergrund haben.
Radonkarte Clausthal-Zellerfeld und Umgebung

Die Karte zeigt das Radonpotenzial im 10-Kilometer-Raster des Bundesamts für Strahlenschutz, ein einzelnes Feld deckt rund 100 Quadratkilometer ab. Clausthal-Zellerfeld gehört zum Landkreis Goslar und liegt im Feld mit dem Wert 34,7. In den Feldern ringsum reichen die Werte von 20,1 bis 45,6.
Für die Einordnung einer Region ist das brauchbar, für ein einzelnes Gebäude nicht: Zwei Häuser in derselben Straße können unterschiedliche Werte haben, weil Bauweise und Keller darüber entscheiden, wie viel Bodenluft eintritt. Mit unserer kostenlosen Abfrage erhalten Sie die amtlichen BfS-Werte, abgefragt an Ihrer Adresse, dazu zwei Kartenausschnitte, einen zum Radonpotenzial und einen zum Radon in der Bodenluft, und die Einschätzung Ihrer Werte von Dr. Gerhard Binker:
Was das Radonvorsorgegebiet für Clausthal-Zellerfeld bedeutet
Am 23. Dezember 2020 hat Niedersachsen Clausthal-Zellerfeld gemeinsam mit Braunlage und Goslar zum Radonvorsorgegebiet erklärt. Was das im Einzelnen bedeutet, haben wir im Beitrag zur Ausweisung der Radonvorsorgegebiete zusammengefasst. Die wichtigsten Folgen:
- Arbeitgeber in Clausthal-Zellerfeld sind gesetzlich verpflichtet, die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen im Keller- und Erdgeschoss zu messen. Das betrifft auch Einrichtungen der Technischen Universität, Verwaltungen und Betriebe. Überschreitet das Ergebnis den gesetzlichen Wert von 300 Bq/m³, müssen Maßnahmen zur Senkung folgen.
- Bauherren müssen bei Neubauten zusätzliche bauliche Anforderungen zum Schutz vor Radon erfüllen. Dazu gehört, erdberührte Bauteile wie Bodenplatte und Kellerwände gegen aufsteigende Bodenluft abzudichten. Bei der Planung unterstützt Sie unsere Radon-Beratung im Um- und Neubau.
- Eigentümern und Mietern wird empfohlen, die Radonkonzentration in ihren Wohn- und Aufenthaltsräumen messen zu lassen. Eine Pflicht besteht für Privathaushalte nicht, das hohe Gemeindemittel spricht aber für Gewissheit.
Warum gerade hier? Clausthal-Zellerfeld liegt im Karbon-Gestein des Oberharzes. Über Jahrhunderte wurde hier Bergbau betrieben, die Oberharzer Wasserwirtschaft mit ihren Teichen und Gräben zeugt bis heute davon. Mehr zur Geologie und zu den Werten der ganzen Region: Radon im Harz.
Radonsanierung in Clausthal-Zellerfeld: so gehen wir vor
Am Anfang steht die Frage, wie viel Radon tatsächlich in Ihren Räumen ankommt. Das klärt eine Langzeitmessung: Kleine passive Messgeräte, sogenannte Dosimeter, liegen dafür mehrere Monate in den genutzten Räumen und werden anschließend im Labor ausgewertet. Die Messung sollte die Wintermonate einschließen, denn in der Heizsaison sammelt sich am meisten Radon im Haus: Es wird seltener gelüftet, und die aufsteigende warme Heizungsluft erzeugt einen leichten Sog, der zusätzliches Radon aus dem Boden ins Gebäude zieht. Wir stellen Ihnen die passenden Dosimeter zur Verfügung und übernehmen die Auswertung.
Zeigt die Messung erhöhte Werte, spüren wir beim Radon-Sniffing die Eintrittspfade auf: Risse, Fugen, Rohrdurchführungen und Schächte. Gerade in den historischen Gewölbekellern der Bergstadt lohnt diese gezielte Suche, weil sich die Eintrittswege von Haus zu Haus unterscheiden. Auf dieser Grundlage entsteht das Sanierungskonzept, im Bestand meist eine Radon-Unterbodenabsaugung, die die radonhaltige Bodenluft unter dem Gebäude absaugt, beim Neubau eine Radon-Drainage unter der Bodenplatte. Nach der Inbetriebnahme messen wir nach, einmal mit laufender Anlage und einmal ohne: Der Vergleich zeigt unmittelbar, was die Maßnahme bewirkt. Radonmessung, Radon-Sniffing und Radonsanierung erhalten Sie bei uns alles aus einer Hand.
Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient und langfristig wirksam.
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Wir sind deutschlandweit für Sie im Einsatz, rund um Clausthal-Zellerfeld auch in Bad Grund, Langelsheim und Seesen.
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Häufige Fragen zu Radon in Clausthal-Zellerfeld
Ist Clausthal-Zellerfeld ein Radonvorsorgegebiet?
Ja. Niedersachsen hat Clausthal-Zellerfeld im Dezember 2020 gemeinsam mit Braunlage und Goslar zum Radonvorsorgegebiet erklärt. Es sind die einzigen 3 Radonvorsorgegebiete in Niedersachsen.
Wie hoch ist die Radonbelastung in Clausthal-Zellerfeld?
Das Bundesamt für Strahlenschutz misst für Clausthal-Zellerfeld ein Radonpotenzial von 34,7 und in der Bodenluft bis zu 98.100 Bq/m³. Das Gemeindemittel für Wohnräume liegt bei 120 Bq/m³ und damit über dem WHO-Richtwert von 100 Bq/m³.
Müssen Arbeitgeber in Clausthal-Zellerfeld Radon messen?
Ja. Im Radonvorsorgegebiet müssen Arbeitgeber die Radonkonzentration an Arbeitsplätzen im Keller- und Erdgeschoss messen. Überschreitet das Ergebnis den gesetzlichen Wert von 300 Bq/m³, müssen Maßnahmen zur Senkung folgen.
Sind alte Bergmannshäuser in Clausthal-Zellerfeld besonders betroffen?
Historische Gebäude mit Natursteinkellern und direktem Kontakt zum Untergrund haben häufig mehr Eintrittswege für Radon als moderne Bauten. Ob und wo Radon eintritt, zeigt eine Messung mit anschließendem Radon-Sniffing.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Bad Bentheim:
Binker Materialschutz GmbH
über R. Breitenbach
Ochtruper Str. 34 a
D-48455 Bad Bentheim
Telefon: +49 (0) 172 8103547
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?
Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

