Bad Grund und das Radonvorsorgegebiet Clausthal-Zellerfeld liegen in derselben Rasterzelle des Bundesamts für Strahlenschutz. Beide Orte haben denselben Untergrund, dieselbe Bergbaugeschichte und praktisch dieselben Radonwerte. Clausthal-Zellerfeld ist Radonvorsorgegebiet, Bad Grund nicht. Dieser Beitrag zeigt, was das für Eigentümer und Arbeitgeber bedeutet und wie eine Radonsanierung hier abläuft.
Inhalt
Radon in Bad Grund: die amtlichen Werte
Die Werte des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) für Bad Grund, abgefragt an der Ortsmitte:
- Radonpotenzial: 34,7
- Radon in der Bodenluft: max. 98.000 Bq/m³ (geologische Einheit: Karbon)
- Radonvorsorgegebiet: nein
- Radon in Wohnräumen: 103 Bq/m³ im Gemeindemittel, über dem von der WHO empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³
Der Vergleich mit dem Nachbarort macht diese Zahlen greifbar. Für Clausthal-Zellerfeld weist das BfS ebenfalls ein Radonpotenzial von 34,7 aus, in der Bodenluft 98.100 Bq/m³ und als geologische Einheit ebenfalls das Karbon. Das Gemeindemittel liegt dort bei 120 Bq/m³, in Bad Grund bei 103 Bq/m³. Beide Orte überschreiten damit den WHO-Richtwert. Der Unterschied zwischen ihnen ist die Gemeindegrenze, nicht der Boden darunter.
Radonkarte Bad Grund und Umgebung

Die Karte zeigt das Radonpotenzial im 10-Kilometer-Raster des Bundesamts für Strahlenschutz, ein einzelnes Feld deckt rund 100 Quadratkilometer ab. Bad Grund gehört zum Landkreis Göttingen und liegt im Feld mit dem Wert 34,7. In den Feldern ringsum reichen die Werte von 10,0 bis 45,6.
Für die Einordnung einer Region ist das brauchbar, für ein einzelnes Gebäude nicht: Zwei Häuser in derselben Straße können unterschiedliche Werte haben, weil Bauweise und Keller darüber entscheiden, wie viel Bodenluft eintritt. Mit unserer kostenlosen Abfrage erhalten Sie die amtlichen BfS-Werte, abgefragt an Ihrer Adresse, dazu zwei Kartenausschnitte, einen zum Radonpotenzial und einen zum Radon in der Bodenluft, und die Einschätzung Ihrer Werte von Dr. Gerhard Binker:
Kein Radonvorsorgegebiet: was das für Bad Grund bedeutet
Niedersachsen hat im Dezember 2020 nur 3 Gemeinden zum Radonvorsorgegebiet erklärt: Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar. Bad Grund gehört nicht dazu. Was daraus folgt:
- Arbeitgeber in Bad Grund trifft keine gesetzliche Messpflicht für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss. Der gesetzliche Wert von 300 Bq/m³ an Arbeitsplätzen gilt aber bundesweit. Wird er überschritten, sind Maßnahmen fällig, auch außerhalb eines Radonvorsorgegebiets.
- Bauherren müssen beim Neubau den Zutritt von Radon erschweren. Das Strahlenschutzgesetz sieht diese Pflicht als erfüllt an, wenn der übliche Feuchteschutz nach den anerkannten Regeln der Technik eingehalten ist. Wir empfehlen weitergehende Maßnahmen wie eine Radon-Drainage unter der Bodenplatte: Feuchtigkeit ist eine Flüssigkeit, Radon ein Gas, und ein Gas ist deutlich beweglicher und findet auch Wege, die Wasser nicht nimmt. Bei der Planung unterstützt Sie unsere Radon-Beratung im Um- und Neubau.
- Eigentümern und Mietern ändert die fehlende Ausweisung nichts: Bei diesem Gemeindemittel bleibt eine Messung der eigenen Räume sinnvoll.
Der Untergrund erklärt die Werte: Bad Grund liegt im Karbon-Gestein des Oberharzes, demselben Untergrund wie die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Über Jahrhunderte wurde hier Erzbergbau betrieben, die letzte Grube des Oberharzes schloss 1992 in Bad Grund. Viele Häuser im Ort stammen aus dieser Zeit und stehen auf Kellern mit direktem Kontakt zum klüftigen Untergrund. Solche Keller bieten Bodenluft mehr Eintrittswege als moderne Bauten. Mehr zur Geologie und zu den Werten der ganzen Region: Radon im Harz.
Radonsanierung in Bad Grund: so gehen wir vor
Am Anfang steht die Frage, wie viel Radon tatsächlich in Ihren Räumen ankommt. Das klärt eine Langzeitmessung: Kleine passive Messgeräte, sogenannte Dosimeter, liegen dafür mehrere Monate in den genutzten Räumen und werden anschließend im Labor ausgewertet. Die Messung sollte die Wintermonate einschließen, denn in der Heizsaison sammelt sich am meisten Radon im Haus: Es wird seltener gelüftet, und die aufsteigende warme Heizungsluft erzeugt einen leichten Sog, der zusätzliches Radon aus dem Boden ins Gebäude zieht. Wir stellen Ihnen die passenden Dosimeter zur Verfügung und übernehmen die Auswertung.
Zeigt die Messung erhöhte Werte, spüren wir beim Radon-Sniffing die Eintrittspfade auf: Risse, Fugen, Rohrdurchführungen und Schächte. Gerade in den alten Bergmannshäusern lohnt diese gezielte Suche, weil sich die Eintrittswege von Haus zu Haus unterscheiden. Auf dieser Grundlage entsteht das Sanierungskonzept, im Bestand meist eine Radon-Unterbodenabsaugung, die die radonhaltige Bodenluft unter dem Gebäude absaugt, beim Neubau eine Radon-Drainage unter der Bodenplatte. Nach der Inbetriebnahme messen wir nach, einmal mit laufender Anlage und einmal ohne: Der Vergleich zeigt unmittelbar, was die Maßnahme bewirkt. Radonmessung, Radon-Sniffing und Radonsanierung erhalten Sie bei uns alles aus einer Hand.
Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient und langfristig wirksam.
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Wir sind deutschlandweit für Sie im Einsatz, rund um Bad Grund auch in Osterode am Harz, Seesen und Langelsheim.
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Häufige Fragen zu Radon in Bad Grund
Wie hoch ist die Radonbelastung in Bad Grund?
Das Bundesamt für Strahlenschutz weist für Bad Grund ein Radonpotenzial von 34,7 aus, in der Bodenluft bis zu 98.000 Bq/m³. Das Gemeindemittel für Wohnräume liegt bei 103 Bq/m³ und damit über dem WHO-Richtwert von 100 Bq/m³.
Ist Bad Grund ein Radonvorsorgegebiet?
Nein. Niedersachsen hat im Dezember 2020 nur Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar zu Radonvorsorgegebieten erklärt. Bad Grund liegt in derselben Rasterzelle des Bundesamts für Strahlenschutz wie Clausthal-Zellerfeld und hat mit 34,7 dasselbe Radonpotenzial, ist aber nicht ausgewiesen.
Müssen Arbeitgeber in Bad Grund Radon messen?
Eine allgemeine Messpflicht für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss gilt nur in Radonvorsorgegebieten, Bad Grund ist keines. Der gesetzliche Wert von 300 Bq/m³ an Arbeitsplätzen gilt jedoch bundesweit. Wird er überschritten, sind Maßnahmen erforderlich.
Sind alte Bergmannshäuser in Bad Grund besonders betroffen?
Historische Gebäude mit Kellern ohne durchgehende Abdichtung haben häufig mehr Eintrittswege für Bodenluft als moderne Bauten. Ob und wo Radon eintritt, zeigt eine Messung mit anschließendem Radon-Sniffing.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Bad Bentheim:
Binker Materialschutz GmbH
über R. Breitenbach
Ochtruper Str. 34 a
D-48455 Bad Bentheim
Telefon: +49 (0) 172 8103547
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?
Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

