Radonsanierung nach Amerika-Methode: SSD-Sanierung

Die SSD-Methode ist die weltweit am häufigsten eingesetzte Technik zur aktiven Radonsanierung, in den USA gehört sie seit Jahrzehnten zum Standard. Auch wir setzen diese Technik immer häufiger ein. Dieser Beitrag zeigt, wie die Unterbodenabsaugung nach amerikanischem Vorbild funktioniert, wie der Ablauf aussieht und welche Vorteile sie bietet.

Radon: das unsichtbare Gas aus dem Boden

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas, das man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Es entsteht im Boden aus Uran und kann durch Risse oder Fugen in Gebäude eindringen, wo es sich in der Raumluft anreichert und das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Deshalb gilt: so wenig Radon in der Raumluft wie möglich.

Jedes Gebäude muss individuell auf Radon geprüft werden (Gebäudeanamnese und Gebäudeanalyse, siehe Radon fachgerecht sanieren: Radon alles aus einer Hand). Da Radon ein Gas ist, sind spezielle Sanierungsmethoden erforderlich, um die Radonkonzentration im Gebäude so weit wie möglich zu senken. Angestrebt wird stets, den von der WHO empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ in der Raumluft dauerhaft zu unterschreiten, deutlich unterhalb des gesetzlichen Referenzwerts von 300 Bq/m³ (1 Bq = 1 radioaktiver Zerfall pro Sekunde).

(1) Jedes Gebäude muss individuell auf Radon untersucht werden

Die SSD-Methode: Radonsanierung nach amerikanischem Vorbild

Die SSD-Methode (SSD = Sub-Slab Depressurization, auf Deutsch Unterbodenabsaugung) ist die weltweit wirksamste und am häufigsten eingesetzte Technik zur aktiven Radonsanierung. Ein spezieller Ventilator erzeugt einen leichten Unterdruck unter der Bodenplatte. Dadurch wird die radonhaltige Bodenluft abgesaugt, bevor sie in das Gebäude eindringen kann, und sicher über ein Rohrsystem ins Freie abgeleitet.

Funktionsweise und Ablauf der SSD-Radonsanierung

Gebäude-Anamnese und Radonerkundung

Zunächst werden Exposimetermessungen im Keller oder Messungen mit elektronischen Messgeräten ausgeführt (siehe Radon am Arbeitsplatz: 1.000 Exposimeter im Einsatz). Danach folgt ein ausführliches und aussagekräftiges Radon-Sniffing, gegebenenfalls unterstützt mit kanadischer Druckmessung oder durch unsere patentierte Tracergas-Methode.

Kernbohrung

Eine oder gegebenenfalls mehrere Kernbohrlöcher werden durch die Bodenplatte oder erdberührte Bereiche des Kellers gebohrt (siehe Radon-Absaugung in Gebäuden).

Absaugpunkt (Radonsauger)

Ein Spezial-Rohr wird in den Schotter- oder Hohlraum unter der Platte geführt und an einen leisen, dauerhaft laufenden Radonlüfter (Radonventilator, Radonsauger) angeschlossen. Ein Schenkelrohr-Manometer am Rohr zeigt den Unterdruck an: So lässt sich die Funktion der Anlage jederzeit auf einen Blick kontrollieren (siehe Bild 6).

Druckumkehr

Der Unterdruck unter dem Gebäude ist durch das Saugen des Radonsaugers stärker als der Unterdruck im Gebäude. Radon folgt dem leichteren Weg über den Radonsauger nach draußen, statt durch Fugen, Risse und Öffnungen ins Haus zu gelangen.

Abluft

Die abgesaugte radonhaltige Bodenluft wird über ein Rohrsystem ins Freie geblasen (ein Praxisbeispiel: Radonsanierung Verwaltungs- und Produktionsgebäude Glashütte).

Vorteile der SSD-Methode bei der Radonsanierung

Hohe Effizienz

Die SSD-Methode reduziert die Radonkonzentration in Innenräumen um bis zu 95 Prozent bei akzeptablem Stromverbrauch. Der Stromverbrauch liegt typischerweise zwischen 70 und 100 Watt im kontinuierlichen Dauerbetrieb rund um die Uhr. Das entspricht in etwa dem Energiebedarf einer einzelnen herkömmlichen Glühbirne.

Überschaubarer Installationsaufwand

Es sind keine Bodenaufbrüche im Gebäude nötig, meist reicht ein strategisch gesetztes Kernbohrloch durch die Bodenplatte als Absaugpunkt. Dadurch bleiben die Installationskosten überschaubar.

Zuverlässigkeit

Die Methode funktioniert auch bei hohen Radonwerten im Untergrund und in älteren Bestandsgebäuden jahrzehntelang zuverlässig. Besonders gut geeignet ist sie bei hoher Bodendurchlässigkeit, zum Beispiel bei Schotterschichten unter dem Gebäude.

Weitere Informationen zur Radonsanierung

Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson

Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.

Standort Nürnberg: Hauptsitz Lauf

Binker Materialschutz GmbH
Westendstraße 3
D – 91207 Lauf bei Nürnberg

Telefon: +49 (0) 9123 9982-0
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?

Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

Zum Radon-Ratgeber
Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?

Radon-Potential nach PLZ bestimmen

Überprüfen Sie mit unserem kostenlosen Radon Risiko-Check, ob Ihr Wohnort/Standort in einer Region mit erhöhter Radon-Belastung liegt. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein und erhalten Sie eine Einschätzung auf Grundlage der offiziellen Daten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS).

Radon-Risiko ermitteln
Radon nach PLZ – Kostenlos Ihr Risiko prüfen

Bildnachweis

Kopfbild: Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erstellt · (1) iStock, Francesco Scatena · (2) iStock, Francesco Scatena · (3) AdobeStock, tangmo.pa · (4) Symbolbild, mit künstlicher Intelligenz erstellt · (5) Dr. Gerhard Binker · (6) iStock, Alexander Potemkin · (7) AdobeStock, ABULHOSSAIN · (8) AdobeStock, nd700

Binker Materialschutz GmbH