Rathäuser, Schulen, Kitas, Ämter, Archive: In öffentlichen Gebäuden arbeiten Menschen oft genau dort, wo Radon zuerst ankommt, in Keller- und Erdgeschossräumen. Der gesetzliche Referenzwert von 300 Bq/m³ an Arbeitsplätzen gilt bundesweit, und die Verantwortung dafür liegt beim Arbeitgeber oder Träger. Was das für Stuttgart bedeutet und wie der Weg von der Messung bis zur Sanierung aussieht, steht in diesem Beitrag.
Inhalt
Die Rechtslage: Referenzwert 300 Bq/m³ am Arbeitsplatz
Das Strahlenschutzgesetz setzt für Arbeitsplätze in Innenräumen einen Referenzwert von 300 Bq/m³ als Jahresmittel. Eine Messpflicht für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss besteht in den ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten; Baden-Württemberg hat mit Wirkung zum 15. Juni 2021 insgesamt 29 Gemeinden festgelegt, alle im südlichen und mittleren Schwarzwald, Stuttgart gehört nicht dazu.
Entscheidend ist aber: Der Referenzwert selbst gilt überall. Stellt sich heraus, dass er an einem Arbeitsplatz überschritten wird, muss der Verantwortliche die Belastung senken, auch in Stuttgart. Wer in Keller- oder Erdgeschossräumen Mitarbeiter beschäftigt, hat deshalb einen handfesten Grund, den eigenen Stand zu kennen. Mehr zu den Werten und zur Geologie der Stadt: Radon in Stuttgart.
Radonkarte Stuttgart und Umgebung

Die Karte zeigt das Radonpotenzial im 10-Kilometer-Raster des Bundesamts für Strahlenschutz, ein einzelnes Feld deckt rund 100 Quadratkilometer ab. Stuttgart liegt im Feld mit dem Wert 28,3, in den Feldern ringsum reichen die Werte von 16,2 bis 32,3.
Für die Einordnung einer Region ist das brauchbar, für ein einzelnes Gebäude nicht: Zwei Gebäude in derselben Straße können unterschiedliche Werte haben, weil Bauweise und Keller darüber entscheiden, wie viel Bodenluft eintritt. Mit unserer kostenlosen Abfrage erhalten Sie die amtlichen BfS-Werte, abgefragt an Ihrer Adresse, dazu zwei Kartenausschnitte, einen zum Radonpotenzial und einen zum Radon in der Bodenluft, und die Einschätzung Ihrer Werte von Dr. Gerhard Binker:
Schulen und Kitas: die Lehre aus der Schlossbergschule
Wie konkret das Thema in der Region ist, zeigte sich im September 2025 in Vaihingen an der Enz: Der SWR berichtete über erhöhte Radonwerte an der Schlossbergschule, nach einer Messung über 8 Monate wurden Kellerräume für den Unterricht gesperrt. Der Ablauf dort ist das Lehrstück für jeden Träger: Erst die Messung machte das Problem sichtbar, dann konnte gezielt reagiert werden, ohne Panik und ohne blinden Aktionismus. Die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag zur Radonsanierung in Vaihingen an der Enz.
Für Schulen, Kitas und Verwaltungen außerhalb der Radonvorsorgegebiete gibt es keine Messpflicht. Die Langzeitmessung mit Dosimetern ist aber der mit Abstand günstigste Baustein des ganzen Verfahrens, und sie beantwortet die Frage, die sich nach jedem Medienbericht stellt: Wie sieht es bei uns aus?
Öffentliche Gebäude, die wir saniert haben
Radonschutz in öffentlichen Gebäuden gehört zu unserem Alltag. Beim staatlichen Verwaltungsgebäude in Ansbach haben wir mit moderner Absaugtechnik saniert, in den Archivräumen in Ilmenau in einem Radonvorsorgegebiet eine Radon-Unterbodenabsaugung installiert, und in einem Verwaltungsgebäude in Erfurt die Eintrittspfade per Radon-Sniffing geortet. Auch an einer Schule haben wir Messung und Eintrittspfad-Suche durchgeführt.
Radonsanierung im laufenden Betrieb: so gehen wir vor
Am Anfang steht die Langzeitmessung an den relevanten Arbeitsplätzen: Passive Dosimeter liegen mehrere Monate in den betroffenen Räumen, bevorzugt in der Heizperiode, und werden im Labor ausgewertet. Der Betrieb läuft dabei ungestört weiter. Zeigt die Auswertung erhöhte Werte, spüren wir beim Radon-Sniffing die Eintrittspfade auf: Risse, Fugen, Rohrdurchführungen, Schächte und die typischen Schwachstellen gewachsener Technikkeller.
Auf dieser Grundlage entsteht das Sanierungskonzept mit priorisierten Maßnahmen, transparenter Kostenübersicht und Zeitplan, im Bestand meist eine Radon-Unterbodenabsaugung, die die radonhaltige Bodenluft unter dem Gebäude absaugt. Nach der Inbetriebnahme messen wir nach, einmal mit laufender Anlage und einmal ohne: Der Vergleich zeigt unmittelbar, was die Maßnahme bewirkt, und liefert Trägern den Nachweis für Gremien und Aufsicht. Radonmessung, Radon-Sniffing und Radonsanierung erhalten Sie bei uns alles aus einer Hand.
Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Radon-Reduktion deutlich unter den WHO-empfohlenen Richtwert von 100 Bq/m³ – energieeffizient und langfristig wirksam.
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und vom SMUL Sachsen fortgebildete Radon-Fachperson. Die Binker Materialschutz GmbH ist eine staatlich anerkannte Messstelle des Bundesamts für Strahlenschutz für Radonmessungen. Wir sind deutschlandweit für Sie im Einsatz, rund um Stuttgart auch in Ludwigsburg, Vaihingen an der Enz und Filderstadt.
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Häufige Fragen zu Radon in öffentlichen Gebäuden
Welche Radon-Pflichten haben Arbeitgeber in Stuttgart?
Der gesetzliche Referenzwert von 300 Bq/m³ gilt an Arbeitsplätzen bundesweit. Eine Messpflicht für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss besteht nur in ausgewiesenen Radonvorsorgegebieten, zu denen Stuttgart nicht gehört. Wird der Referenzwert überschritten, sind aber überall Maßnahmen zur Senkung fällig.
Müssen Schulen und Kitas in Stuttgart auf Radon messen?
Außerhalb der Radonvorsorgegebiete besteht keine gesetzliche Messpflicht. Der Fall der Schlossbergschule in Vaihingen an der Enz zeigt aber, warum Träger freiwillig messen: Erst die Messung machte die Belastung sichtbar, dann konnte gezielt gehandelt werden. Eine Langzeitmessung ist der günstigste Baustein des ganzen Verfahrens.
Wie läuft eine Radonmessung an Arbeitsplätzen ab?
Passive Dosimeter liegen mehrere Monate in den betroffenen Räumen, bevorzugt in der Heizperiode, und werden im Labor ausgewertet. Bei erhöhten Werten folgt das Radon-Sniffing zur Ortung der Eintrittspfade und darauf das Sanierungskonzept. Nach der Umsetzung belegt eine Vergleichsmessung die Wirkung.
Wie erfahre ich die Radonwerte für mein Gebäude in Stuttgart?
Die amtlichen BfS-Werte für Ihre Adresse erhalten Sie kostenlos über unsere Radon-Abfrage nach Postleitzahl, mit 2 Kartenausschnitten und einer Einschätzung von Dr. Gerhard Binker. Wie viel Radon tatsächlich in den Räumen ankommt, klärt die Langzeitmessung.
Radon Gutachter Dr. Gerhard Binker – Radonfachperson
Dr. Gerhard Binker ist eine vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz und SMUL Sachsen fortgebildete Radonfachperson und eine anerkannte Messstelle vom Bundesamt für Strahlenschutz für Radonmessungen sowie geprüfter Radonsachverständiger vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.
Standort Pforzheim:
Binker Materialschutz GmbH
über J. Thumulla
Beethovenstr. 22
D-75331 Pforzheim (Salmbach)
Telefon: +49 (0) 172 8103547
E-Mail: verwaltung@binker.de

Radon-Ratgeber: Was tun bei Radon?
Radon ist unsichtbar und geruchlos, und die Fragen dazu sind bei jedem andere. Der eine weiß noch gar nicht, ob er betroffen ist. Der andere hat einen Messwert vor sich liegen und kann ihn nicht einordnen. Wieder andere haben schon abgedichtet oder gelüftet und stehen vor unveränderten Werten. Der Radon-Ratgeber führt Sie mit wenigen Fragen zu dem Schritt, der in Ihrer Lage sinnvoll ist.

